Pho Bo nach Ginger and Lemons

Schniefe-Herbst is coming…

Der Herbst naht – und bringt leider auch die Erkältungszeit mit. Im Hause Ginger ’n Lemons ist die Schnieferei auch schon los gegangen – da bietet sich eine heiße Suppe ganz fantastisch an.

Aber ich habe heute nicht irgendeine heiße Suppe mitgebracht. Hah! Nein! Ich habe den wahrscheinlich größten vietnamesischen Exportschlager schlechthin mitgebracht: Pho Bo!
Pho… was?

Pho ist ein traditionelles Suppengericht aus der vietnamesischen Küche. Es ist eine kräftige Rindfleischbrühe – oftmals auch aus Knochen – die je nach Rezept mit Sternanis, Zimt, Koriander, Kardamon, Fenchel, Gewürznelken oder Muskat gekocht wird. Traditionell wird Pho Bo mit Reisnudeln, Rindfleisch, Mungbohnensprossen und ganz vielen frischen Kräutern und Gewürzen wie Ingwer, frischen Koriander, Frühlingszwiebeln, Thai-Basilikum, Schnittlauch oder frischem Chilli verfeinert. Durch den scharfen Geschmack wärmt die Suppe auch hervorragend von innen.

Die Vielzahl an Gewürzen und Kräutern hat den Vorteil, dass diese vietnamesische Köstlichkeit immer wieder individuell nach persönlichen Geschmack zubereitet werden kann. Es gibt auch Rezepte, in denen Hühnerfleisch und -karkassen verwendet werden, dann nennt man die Suppe „Pho Ga“.

In Vietnam wird Pho gerne zum Frühstück gegessen. Das ist im Übrigen auch der Grund, warum die ansässigen Restaurants schon sehr früh morgens öffenen.

Wen wundert es denn auch? Ein so schmackhaftes Frühstück würde ich auch nicht ausschlagen!

Dieses Mal also wieder ein Ausflug nach Fernost…

Es gibt unzählige Rezepte für Pho, sie unterscheiden sich oftmals sehr. Die im Norden von Vietnam servierte Pho ist feiner im Geschmack, je südlicher man kommt, desto stärker wird sie gewürzt. Oftmals wird im Süden auch scharfe Siracha-Soße beim Servieren in die Pho getan. Ah… stell Dir vor, wie sehr diese Suppe dann wärmt!

Ich gestehe ja, ich habe „Pho“ bisher auch immer falsch ausgesprochen. Es klang immer wie ein verschnupftes „Fhooo“ – jeder Vietnamese hätte anhand der Aussprache bestimmt die Augen verdreht und sich seinen Teil gedacht. Die vermutlich richtige Aussprache klingt eher nach „Fur“ – ein bisschen wie das englische Wort für „Fell“. Vielleicht sollte ich mir das mal im Hinterkopf behalten… wenn ich doch mal im Lotto gewinnen sollte, reise ich erst nach Indien und dann geht’s weiter in den Osten – Vietnam, Thailand, Japan. Ganz bestimmt. Aber erst mal der Teil mit dem Lottogewinn… das wird wohl noch dauern.

Lizenz zum Schlürfen

Geräuscharmes Essen geht bei Pho nicht – selbst in Vietnam wird sie geschlürft. Statt gefräßiger Stellige herrscht ein Schlürfkonzert am Tisch.

In eigener Sache

Es gibt irre viele Rezepte für Pho, ich konnte mich für keines richtig entscheiden – also habe ich mir Elemente aus allen Rezepten herausgesucht und herausgekommen ist ein Gericht, das meinem Stamm-Asiaten echte Konkurrenz macht.

Es ist eine Glaubensfrage, ob man die Knochen vor dem Kochvorgang kurz abkocht und das austretende Eiweiß abschöpft oder gar das Wasser ganz weg kippt. Oder ob man die Knochen vorm Kochen röstet. Ich wollte eine annähernd klare Suppe, darum habe ich mich für das kurze Abkochen der Knochen entschieden. Wenn Du eine dunklere Suppe mit mehr Röstaromen haben möchtest, dann empfehle ich Dir, die Knochen vor dem Kochen an zu rösten.

Was Du allerdings auf gar keinen Fall auslassen solltest:

Die Gewürze müssen sanft fettfrei angeröstet werden – bis sie anfangen zu duften. Meine erste Pho habe ich ohne dieses Anrösten gemacht – und sie schmeckte dünn und fad.

 

Außerdem müssen sowohl der verwendete Ingwer und die verwendete Zwiebel so lange geröstet werden, bis sie schwarze stellen haben. Das vertieft den Geschmack noch mehr – glaub mir.

 

Außerdem habe ich statt der Reisnudeln Shirataki-Nudeln verwendet. Der Vorteil an den Shirataki-Nudeln ist, dass sie kaum Kohlenhydrate haben, recht geschmacksneutral sind und gut satt machen. Shirataki sind keine neuartige, hippe Erfindung – sie werden schon seit längerem in Asien verwendet. Sie bestehen weitgehend aus Wasser und dem sehr ballaststoffreichen Mehl der Konjakwurzel. Die Ballaststoffe können vom Körper zum Großteil nicht verwertet werden, daher gibt es bei Shirataki-Nudeln nicht viele anrechenbare Kohlenhydrate. Und ein weiterer Vorteil ist, dass die Nudeln glutenfrei sind.

Ein ganz kleiner Nachteil

Einen ganz kleinen „Nachteil“ hat das Kochen von Pho… die Suppenbasis muss eine ganze Weile vor sich hin kochen. Je länger die Suppe kocht, desto besser wird sie. Am besten, Du planst das Kochen etwas vor, dann ist das alles gar kein Problem.

Bei mir kommt bei der Gelegenheit mal wieder Cooky zum Einsatz. Ich benutze den Slow Cooker eigentlich immer, wenn ich Gerichte koche, die eine ganze Weile vor sich hin köcheln müssen. So ein Slow Cooker mag auf den ersten Blick zwar wie ein ziemliches fancy Spielzeug aussehen – hat sich bei mir aber echt bewährt. Er braucht nicht soviel Energie wie der Herd, ich kann ihn in der Küche vor sich hin werkeln lassen – auch mal unbesorgt über Nacht. Oder ich werfe ihn morgens an, und wenn ich nach der Arbeit heimkomme, ist er dann fertig.

Aber – und hier kommt die gute Nachricht – man kann die Suppenbasis mit ein bisschen Zeit auch in einem großen Topf ganz konventionell kochen.

Nur Suppe und Nudeln?

Aber natürlich gibt es auch noch andere Einlagen in meiner Pho! Hab ich das oben nicht schon erwähnt?

Ich serviere meine Pho mit Mungbohnensprossen, Fleischbällchen, etwas frisch aufgeschnittener Rinderhüfte (ja, das Fleisch kommt roh in die Suppenschüssel und wird dann durch die heiße Suppe gegart), etwas Lauch und den bereits erwähnten Shirataki-Nudeln. Am Tisch selbst wird die Suppe dann mit frischem Koriander, Thai-Basilikum, frischer Chilli und etwas Limettensaft gepimt. Es ist immer ein wahres Fest der Aromen, wenn es im Hause Ginger ’n Lemons Pho gibt.

Die Fleischbällchen, die mit in die Pho wandern sind eine Eigenkreation, die vor einer Weile mal entstanden sind, weil ich noch frische Kräuter zuhause hatte, die weg mussten. Aber sie passen perfekt in die Suppe.

 

Das tolle ist, dass man die Suppenbasis auch super gut portioniert einfrieren oder auch in Weckglöser einkochen kann – so kann man in einem Aufwasch gleich mehrere Portionen kochen und hat dann einen kleinen Vorrat 🙂

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Pho Bo nach Ginger and Lemons
Eine reichhaltige und würzige Suppe mit reichlich Einlagen
Vorbereitung 30 Minuten
Kochzeit 4 Stunden*
Portionen
Personen
Zutaten
Für die Suppenbasis
asiatisch angehauchte Fleischbällchen als Einlage
Suppeneinlagen
Für den Tisch
Vorbereitung 30 Minuten
Kochzeit 4 Stunden*
Portionen
Personen
Zutaten
Für die Suppenbasis
asiatisch angehauchte Fleischbällchen als Einlage
Suppeneinlagen
Für den Tisch
Anleitungen
  1. Die Knochen in einem großen Topf mit Wasser aufkochen und 10 Minuten köcheln lassen. Das gesamte Wasser wegkippen und die Knochen etwas abwaschen.
  2. Zimt, Koriander, Fenchel, Anis, Nelken und Kardamon ohne Fett in einer Pfanne anrösten, bis die Gewürze das duften anfangen. Dann die Gewürze zur Seite stellen.
  3. Die Zwiebel in der Mitte halbieren und den Ingwer der Längs nach halbieren. Zwiebel und Ingwer in der Pfanne anbraten, bis sie schwarze Stellen haben - das ist so gewünscht.
  4. Die Gewürze in ein Teebeutelchen geben.
  5. Nun die Knochen in einen großen Topf oder in den Slow Cooker setzen und die angeschwärzte Zwiebel, den Ingwer, denGewürzbeutel, 3 Esslöffel Fischsoße und 1 Teelöffel Erythrit zugeben. Das ganze mit etwa 2 Liter Wasser auffüllen.
  6. Wenn Du die Suppe ganz normal am Herd kochst: Die Suppe kurz aufkochen lassen, dann den Herd so einstellen, dass die Suppe nur noch simmert. Deckel drauf und min. 4 Stunden köcheln lassen. Das Gewürzbeutelchen allerdings nach ca. 1 Stunde rausfischen - die Gewürze werden sonst sehr dominant.
  7. Wenn Du die Suppe im Slow Cooker machst: Den Slow Cooker auf "High" einstellen und min. 8 Stunden vor sich hinwerkeln lassen. Nach etwa 3-4 Stunden das Gewürzbeutelchen rausfischen.
  8. Wenn die Garzeit vorbei ist, die Suppe mit Salz abschmecken und die Knochen, die Zwiebel und den Ingwer rausfischen.
asiatische Fleischbällchen
  1. Hackfleisch, Ei, Kokosmehl, Zitronengras, Ingwer und Koriander miteinander vermischen und tischtenisball-große Fleischbällchen aus der Masse formen.
  2. In einer Pfanne das Kokosfett erhitzen und die Bällchen rausbraten.
  3. Entweder Du verwendest die Bällchen warm in der Suppe, oder Du machst sie schon vorher und gibst sie kalt in die Suppe - ist beides sehr lecker.
Suppen-Einlagen
  1. Die Shirataki-Nudeln nach Packungsanweisung im heißem Wasser kochen.
  2. Das sehr frische Steak in hauchdünne Scheiben schneiden - oder den Metzger becircen und es auf der Aufschnittmaschine aufschneiden lassen ;). Alternativ das Fleisch leicht anfrieren, dann kann man es leichter dünn mit dem Messer aufschneiden.
  3. Die Mungbohnensprossen gründlich waschen bereitstellen.
Die Zusammenführung der Einzelteile
  1. Nun ist eigentlich schon Zeit zum Essen.
  2. Die Suppe nochmal aufkochen lassen.
  3. In der Zwischenzeit Nudeln, Mungbohnensprossen, Shirataki-Nudeln, Fleischbällchen und Steak-Streifen in einer Suppenschale drapieren.
  4. Die heiße Suppe über die Einlagen gießen - dadurch wird auch das Steak gegart.
  5. Nun noch nach Belieben mit frischen Kräutern wie Koriander, Thai-Basilikum, Minze oder Chili, oder Siracha-, Hoisin und / oder Fischsoße aromatisieren.
  6. Seelig Löffeln und genießen 🙂 .
Rezept Hinweise
  • Kochzeit im "normalen" Topf min. 4 Stunden
  • Kochzeit im Slow Cooker min. 8 Stunden auf "High"

Die Suppe und die Einlagen mögen ein bisschen aufwändig klingen - aber ich versprech euch, es lohnt sich!

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