Zwetschgendatschi oder Pflaumenkuchen auf bayrisch

Der Herbst ist da – und wird bei uns ganz standesgemäß mit Zwetschgendatschi eingeläutet und in Empfang genommen. Normalerweise bin ich nicht der größte Zwetschgen-Fan – ich mag sie nur so richtig sauer und habe meist das Pech, dann doch Süße zu erwischen.

Zwetschge oder doch Pflaume?

Oftmals kommt es ja zu gewissen Verwirrungen. So zum Beispiel, als ich letztens meiner norddeutschen Kollegin erzählt habe, dass ich Zwetschgendatschi backen möchte. Sie sah mich mit großen Augen an. Ich habe ihr dann Zwetschgen wie folgt beschrieben: Die Zwetschge ist eine Streinfrucht mit blauer bis blauschwarzer Haut und grünlichem Fruchtfleisch. Außerdem wird sie zu beiden Enden hin spitz und eher eiförmig und auf der Bauchseite hat die Zwetschge eine Naht, die zum Stielende hingeht.

Ihr ging dann ein Licht auf – und sie sagte mir, dass das doch Pflaumen sind! Da hab ich dann den fragenden Blick aufgesetzt. Pflaumen kenne ich nämlich ganz anders.

Aber wir konnten uns dann informieren:

Die „echte“ Zwetschge ist eine Unterart der Pflaume.

Hah… also ist jede Zwetschge ne Pflaume – aber nicht jede Pflaume ne Zwetschge ;). Ich steh auf solche schlechten Wortspiele.

Und was ist ein „Datschi“?

Nachdem wir nun das Pflaumen-Zwetschgen-Verhältnis geklärt haben, bleibt noch der seltsame „Datschi“ zu erklären. Also prinzipiell kann man auch Pflaumen-Kuchen zum Zwetschgendatschi sagen. Aber das klingt einfach nicht richtig! Also zumindest nicht bei Ginger and Lemons in Bayern.

Der Datschi ist ein Blechkuchen, der eigentlich traditionell aus Hefeteig gebacken wird. Der Teig wird flach auf ein Backblech ausgewellt und dann mit halbierten oder geviertelten, entsteinten Zwetschgen belegt wird. Man kann den Datschi dann mit Streuseln bedecken – ist aber kein Muss.

Es gibt viele regionale Bezeichnungen für Pflaumenkuchen. Im Rheinland und in der Eifel muss man „Pruumetaat“ oder „Prummekooke“ bestellen um in den Genuß von Zwetschgendatschi zu kommen. Im Saarland nennt mans „Quetschekuche“ und die Franken sagen „Quetschichplôzn“ dazu.

Die bayrische Bezeichnung „Datschi“ kommt vermutlich daher, dass man beim Backen die Zwetschgen in den Teig „hineindrückt“ – also „datscht“.

 

Low Carb und Zwetschgendatschi? Das geht?

Ja, sehr gut sogar.

Ich habe das Rezept für den Datschi auf der Homepage von Marina Lommel gefunden. Also hier: Foodpunkiger Pflaumenkuchen.

Marina, oder besser gesagt ihr Konzept „Foodpunk“ dürfte einigen Low Carb Anhängern ein Begriff sein. Marina und ihr tolles Team erstellen ganz toll durchdachte, gesunde und pfiffige Ernährungs-Challenges. Außerdem gibt es auf der Homepage ganz viele nützliche Infos und auch tolle kostenfreie Rezepte. Außerdem hat Marina bereits ein Buch geschrieben: Low Carb Typgerecht (mehr darüber schreibe ich euch an einer anderen Stelle). Schaut auf alle Fälle mal bei ihr auf Foodpunk vorbei.

 

Der einzige kleine Wehrmutstropfen ist, dass Hefeteig ein ganz klein bisschen Kokosblütenzucker (im Originalrezept wird Reissirup verwendet) benötigt. Der Zucker dient als Starthilfe und Nahrung für die Hefe und wird von den Hefebakterien verstoffwechselt. Mit Xylit oder Erythrit funktioniert es leider nicht – die Hefe-Jungs sind da ein bisschen eigen ;).

Aber probiert den Datschi umbedingt aus – es lohnt sich definitiv!

 

Rezept drucken
Zwetschgendatschi
nach dem foodpunkigen Rezept auf: Foodpunk
Vorbereitung 15 Minuten
Kochzeit 30 - 40 Minuten
Wartezeit 55 Minuten
Portionen
Stücke
Zutaten
Für den Hefeteig
Für den Belag
Für die Streusel
Vorbereitung 15 Minuten
Kochzeit 30 - 40 Minuten
Wartezeit 55 Minuten
Portionen
Stücke
Zutaten
Für den Hefeteig
Für den Belag
Für die Streusel
Anleitungen
  1. Die Sahne und den Schmand in einem kleinen Topf miteinander glatt rühren und leicht erwärmen - aber nicht zu heiß machen. "Handwarm" reicht vollkommen aus. Den Topf von der Herdplatte ziehen und den Kokosblütenzucker und die Hefe unterrühren. Dann 5 Minuten ruhen lassen. Der Zucker dient als "Nahrung" für die Hefe und ist notwendig und wird von der Hefe abgebaut.
  2. Das Backpulver unter das Mandelmehl mischen, dann Xylit, Flohsamenschalen und die Priese Salz unterheben.
  3. Die weiche Butter und die Sahne-Hefe-Mischung zur Mehlmischung geben und mit Knethacken zu einem glatten Teig kneten. Man kann den Teig auch mit der Hand verkneten.
  4. Den fertigen Hefeteig mit einem feuchten Küchentuch abdecken und an einem warmen Ort für 45 Minuten gehen lassen.
  5. Die Zwischenzeit nutzt man am besten dazu, die Zwetschgen längs aufzuschneiden (an der "Naht" der Zwetschge) und zu entsteinen.
  6. Den Backofen auf 150°C Umluft vorheizen.
  7. Am einfachsten lässt sich der Hefeteig erfahrungsgemäß zwischen zwei Blättern Backpapier ausrollen. Den Teig in der Größe eines Backblechs ausrollen und aufs Backblech geben.
  8. Nun wird "gedatscht" :). Die Pflaumen in Reihen in den ausgerollten Hefeteig "datschen" - also drücken.
  9. Wenn Streusel gewünscht sind, dann nun die weiche Butter, das Xylit, Zimt, Salz und Mandelmehl miteinander vermengen. Das geht besonders gut mit einer Gabel. Den so entstandenen Streuselteig in grobe Stücke zupfen und auf dem Datschi verteilen.
  10. Den Zwetschgendatschi 30-40 Minuten goldbraun backen.
Rezept Hinweise

Man kann den Datschi sehr gut lauwarm essen.

Man kann geschlagene Sahne und Kaffee dazu reichen, auch eine Kugel Eis passt sehr gut.

 

Wichtig ist, dass entöltes Mandelmehl verwendet wird - sonst wird der Teig zu nass.

 

Schreibe einen Kommentar