Die Spargelsaison… der Frühling hat begonnen!

Ganz unbemerkt hat sich der Frühling angeschlichen. Ganz heimlich, fast über Nacht. Zumindest kommt es mir fast so vor. Wo es noch vor einigen Wochen grau und trist war, schieben sich jetzt Korkusse und Narzissen der warmen Sonne entgegen. Auch die ein oder andere Hyazinthe und Tulpe kann man schon finden.

Die Tage fangen wieder an länger zu werden. Die Eisdielen machen wieder auf… ich könnte die Liste bestimmt noch eine ganze Weile so weiterführen und noch mehr von den tollen Veränderungen im Frühjahr schwärmen. Ich kann es aber auch sein lassen – führt euere eigene Liste.

Halt, eins habe ich aber noch!

Habt ihr euch schon mal aufmerksam umgesehen? Na? Na? Ist euch schon was aufgefallen?

Ja, genau. An jedem Eck sprießen wieder die kleinen Holzhüttchen aus dem Boden, die Spargel (und später eventuell auch Erdbeeren) verkaufen. Also zumindest hier in Bayern. Seitdem ich denken kann, gehören diese Hütten automatisch zum Frühling dazu. Klingt vielleicht ein bisschen verrückt, aber ich freue mich schon jedes Jahr wieder darauf, sie zu sehen.

Sobald diese Hüttchen nämlich aufgestellt werden, dauert es nicht mehr so lange bis es endlich Spargel gibt.

Es gibt meines Wissens keinen offiziellen Anfang der Spargelsaison. Es kommt immer ein bisschen auf das Wetter an, wie lange man warten muss.

Dieses Jahr konnte der frische Spargel bereits ab Mitte März geerntet werden. Meistens kommen die frühen Stangen aus beheizten Anbaugebieten und sind im Verhältnis recht teuer. Wenn man den Ressourcenaufwand betrachtet, der zum beheizen ganzer Felder aufgewendet werden muss, ist dies allerdings nachvollziehbar.

Ich habe allerdings auch gehört, dass nun langsam die Ernten aus den Folien-Zuchten reif werden. Sobald der Spargel aus den Minitunneln kommt, fallen die Preise dann aber langsam auch. Es dauert dann auch nicht mehr so lange bis der Freilandspargel in die Auslagen der Geschäfte (und Holzhüttchen) kommt.

Die deutsche Spargelsaison dauert traditionell bis zum 24. Juni. Also bis zum Johannistag. Also bis zur Sommersonnenwende. Nach Johanni wird normalerweise kein Spargel mehr geerntet, damit die Pflanzen zeit haben sich mindestens 100 Tage vor Kälteeinbruch auszuruhen. Nur mit der nötigen Ruhezeit werden die Spargelpflanzen sich erholen und im nächsten Jahr neue Sprossen bilden.

Da die Zeit bis zur Sommersonnenwende nicht so lange ist, ist die Spargelzeit in meinen Augen viel zu kurz. Da bleibt nur eines:

Ran an den Spargel und die Saison so gut auskosten wie möglich!

Bevor ich dieses Jahr allerdings die Spargelrezepte auspacke, möchte ich euch erst mal ein paar nette Informationen zum edlen Gemüse geben.

Was verbirgt sich denn nun im Spargel?

Die Königin der Gemüse besteht aus rund 95 % Wasser und hat kaum Kalorien (die kommen erst durch die Beilagen ins Spiel – dazu aber später). 18 Kilokalorien bringen 100 Gramm gekochter Spargel mit – man kann sie also eigentlich so gut wie ignorieren 😉

Für die Low Carb Anhänger unter uns sollte ich vielleicht den Kohlenhydratanteil von 1,5 Gramm auf 100 Gramm erwähnen. Spargel lässt sich also wunderbar mit einer kohlenhydratarmen Ernärhungsweise vereinbaren.

Er enthält außerdem B-Vitamine, darunter Folsäure (Vitamin B9), Vitamin C und Vitamin A. Grüner Spargel ist sogar noch Vitaminreicher als sein weißer Verwandter.

Wer allerdings an Gicht oder einer Nierenerkrankung leidet, sollte beim Spargel vorsichtig sein, denn er hat einen relativ hohen Purin-Gehalt. Vor dem Spargelgenuss sollte man sich hier vielleicht besser mit seinem Arzt besprechen.

Ist er wirklich frisch?

Es gibt einen ganz einfachen Trick um zu sehen, ob der Spargel noch frisch ist. Wenn du lose Ware kaufst, reibe zwei Stangen leicht aneinander. Sie müssen quietschen! Denn das ist ein Zeichen von Frische. Quietsch! Quietsch!

Wenn du Spargel im Bund kaufst und ihn so nicht testen kannst, dann sieh dir seine Schnittfläche an den „Füßen“ an. Sie sollte noch leicht feucht und nicht zu ausgefranst sein.

Ich bevorzuge eigentlich, Spargel immer frisch zu kaufen – wenn du ihn aber im Kühlschrank lagern willst, dann schlage ihn in ein feuchtes Küchentuch ein, dann übersteht er auch 2 oder 3 Tage.

Gut, im Hause Ginger and Lemons hält er nie so lange 😉

Auf die Menge kommt es an!

Gut, angenommen ihr habt keine ausgehungerten Monster daheim sitzen… wie viel Spargel braucht man denn nun pro Person?

Wenn der Spargel die Hauptrolle der Mahlzeit spielt rechne ich normalerweise mit 500 – 600 Gramm Spargel pro Nase. Koche ich ihn als Beilage rechne ich mit 250 – 350 Gramm. Bisher ist noch nie jemand verhungert. Und Reste gab es auch nie.

Wo wir schon bei Begleitern sind!

Den Klassiker kennt sicherlich jeder: Spargel mit Kartoffeln, Sauce Hollandaise und Kochschinken.

Aber Spargel passt auch hervorragend zu Steak, zu Lachs oder zu gedünsteten Gemüse, das man noch in Butter geschwenkt hat. Oder Spargel im Wok. Oder im Pergamentpäckchen im Ofen gebacken.

Als fränkische Seele liebe ich (echte) grobe fränkische Bratwürste mit frischem Spargelsalalt. Der Salat am besten noch lauwarm.

Wie gut, dass die Spargelsaison noch ein bisschen geht (wenn im Grunde auch viel zu kurz!) – da kann ich euch bestimmt noch das ein oder andere Gericht vorstellen.

Harte Schale, toller Kern!

Ich benutze immer einen Sparschäler zum Spargelschälen. Ich habe keinen Extra-Schäler für Spargel, bei mir muss der Allrounder seinen Dienst tun. Weißen Spargel schälst du am besten von oben nach unten. Also vom Kopf bis hin zum Fuß. Wenn die Schnittfläche am Fuß nicht mehr so hübsch ist, schneide ich sie ab.

Wenn du grünen Spargel kochst, brauchst du eigentlich nur das untere viertel zu schälen.

 

Husch, husch ins warme Wasser!

Ich bin in einem Haushalt aufgewachsen, in dem das Kochwasser für Spargel ungenießbar sein musste. Sonst war es nicht richtig!

Ganz so handhabe ich es in meiner eigenen Küche nicht mehr, aber auf etwa 2 Liter Kochwasser kommen bei mir 1 Esslöffel Salz, 1 Esslöffel Erythrit (oder Zucker, wenns nicht Low Carb sein muss) und 3 Zitronenscheiben.

Bitte, bitte lasst den Zucker auf gar keinen Fall weg! Er nimmt die Bitterkeit aus dem Spargel und macht ihn geschmacklich noch besser!

Die Zitronenscheiben sorgen im Übrigen dafür, dass der Spargel schön weiß strahlt.

Wie lange denn nun?

Wie überall im Leben: es kommt auf das Timing an. Verkochen soll der Spargel nicht, aber halb roh mag ihn auch wieder (fast) keiner. Habe ich dünnen Spargel, plane ich 10 Minuten Kochzeit ein. Dicke Stangen dürfen 20 Minuten im heißen Wasser dümpeln. Ich steche ihn kurz vor Ende der Kochzeit an, um zu sehen ob er schon die richtige Konsistenz hat.

Ich empfehle übrigens nicht, Spargel warm zu halten – serviert ihn lieber schön frisch.

Ich hoffe, ihr freut euch jetzt auch schon so auf die Spargelsaison äh… den Frühling wie ich.

In diesem Sinne:

Bis bald!

Ein kleines Stück Fernweh und Kokos-Limetten-Kuchen

Gelegentlich habe ich ein gewisses Problem:

Im Hause Ginger ’n‘ Lemons wohnen unheimlich süße Zähnchen. Gerade Herr G ’n‘ L könnte bei längerem Süßigkeitenentzug ein wenig missmutig werden. Ich glaube, Obst sieht er nicht als „Süßkram“ an, auch wenn er einem Schälchen saftig süßer Erdbeeren nicht abgeneigt ist. Da niemand ein missmutiges Süßzähnchen haben möchte, musste ich mir da nach unserer Ernährungsumstellung auf Low Carb einfach etwas einfallen lassen.

Erste Backversuche

Mit Gruseln erinnere ich mich an meine ersten Low Carb Backversuche. Mandel-Kugeln. Ich schwöre euch, mit diesen kleinen Dingern hätte man ganz easy Scheiben einwerfen können. Ohne große Mühe. Einfach „klirr“. Die waren hart wie Steine und sahen auch ähnlich aus.

Auch meine darauf folgenden Backversuche gingen ähnlich nach hinten los. Zwar alles Low Carb, aber entweder sehr kompakt oder Low Taste.

Nach den ersten missglückten Versuchen waren wir Süßzähnchen schon etwas geknickt und unglücklich. Zu Zeiten, als ich noch ganz normal mit Zucker und Weizenmehl gebacken habe waren meine Kuchen doch eigentlich immer recht beliebt gewesen. Und jetzt waren meine Ergebnisse gelinde gesagt sehr besch… *räusper* ernüchternd.

Der Pudels Kern

Es hat einige Zeit gedauert, bis ich den Geistesblitz hatte:

Ich habe mit meinem Tunnelblick angefangen einfach Weizenmehl durch Nussmehle zu ersetzen. An die unterschiedlichen Eigenschaften beim Backen hatte ich aber nie gedacht! Ziemlich doof eigentlich, nicht wahr?

Aber hey, aus Fehlern lernt man bekanntlich. Naja, manchmal zumindest.

Es ging wieder bergauf!

Kaum hatte sich dieser Gedanke in meinen wirren Gehirnwindungen richtig gesetzt, wurde ich wieder experimentierfreudiger und mutiger beim Backen. Und auch die Ergebnisse wurden langsam aber sicher immer ansehnlicher. Und noch wichtiger: Die Kuchen waren wieder weich und nicht mehr zu Selbstverteidigungszwecken zu gebrauchen. Nein, man konnte sie bedenkenlos essen und sie schmeckten auch noch!

Mit jedem Versuch kehrte meine Sicherheit wieder zurück und im Hause Ginger ’n‘ Lemon ist die Freude groß: Es gibt wieder regelmäßig Kuchen!

Ich möchte euch diesen oberleckeren, saftig-fluffigen Kokos-Limetten-Kuchen nicht vorenthalten. Die Kombination Kokos-Limette ist ohnehin schon sehr genial, aber durch die unerwartet leichte und lockere Konsistenz ist dieser Kuchen etwas ganz besonderes.

Ich finde mit jedem kleinen Bissen hat man ein bisschen Fernweh.

Ein Strand mit Kokospalmen, ein Glas mit einem Limetten-Cocktail in der Hand… hach ja…

Noch ein Wort zur Süße

Beim Low Carb Backen muss ich leider noch einen sehr großen Balance-Akt hinlegen. Erythrit ist ein Zuckerersatzstoff und wird künstlich hergestellt. Die Einzelheiten erspare ich euch an dieser Stelle lieber.

Man könnte gewiss auch Datteln zum Süßen und Backen verwenden, die wären wenigstens natürlich. Aber das wir uns zeitweise ketogen ernähren, kommen die aufgrund des hohen Kohlenhydratanteils nicht in Frage. Und mit Kuchen ohne Süße kann man hier auch niemand hinter dem Ofen hervorlocken. Ihr seht also mein Dilemma.

Also drücke ich einfach ab und an ein Auge zu.

So, genug um den heißen Kuchen herumgeblubbert, jetzt geht’s zum Backen:

 

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Kokos-Limetten-Kuchen
Ein wunderbar saftig-saurer Kuchen
Menüart Nachtisch
Vorbereitung 10 Minuten
Kochzeit 45 Minuten
Wartezeit 2 Stunden
Portionen
Zutaten
Für den Kuchen
Für die Glasur
Menüart Nachtisch
Vorbereitung 10 Minuten
Kochzeit 45 Minuten
Wartezeit 2 Stunden
Portionen
Zutaten
Für den Kuchen
Für die Glasur
Anleitungen
Für den Kuchen
  1. Den Backofen auf 170° C Ober- und Unterhitze vorheizen
  2. Die Eier trennen
  3. Das Eiweiß mit 100 Gramm Erythrit und einer Priese Salz zu Schnee schlagen und bis zur Weiterverarbeitung zur Seite stellen
  4. Das Eigelb mit den verbleibenden 50 Gramm Erythrit schaumig schlagen
  5. Den Saft von 4 Limetten zugeben
  6. Den Schalenabrieb von 1 unbehandelten Limette zugeben
  7. 250g 40%igen Speisequark und 1 Esslöffel Kokoscreme zugeben
  8. Das Kokosmehl und das Backpulver miteinander vermengen und dann gründlich unter die Eigelb-Limetten-Quarkmasse rühren
  9. Nun den Eischnee vorsichtig mit einem Teiglöffel unterheben und in eine Gugelhupfform geben (ich benutze immer eine Silikonform, da löst sich der Kuchen, ohne dass die Form eingefettet werden muss. Wer eine ander Form verwendet, fettet die Form mit etwas Kokosöl ein)
  10. Den Kuchen auf mittlerer Schiene etwa 45 Minuten lang backen. Bitte bedenkt, dass jeder Backofen ein wenig anders zu handhaben ist.
  11. Nach Ablauf der Zeit mittels Stäbchenprobe kontrollieren, ob der Kuchen schon durch ist. Er ist fertig, wenn nichts mehr am Stäbchen kleben bleibt.
  12. Den Kuchen in der Form etwas auskühlen lassen und dann auf einen Teller stürzen
Für die Glasur
  1. Die Limette auspressen
  2. Kokoschips etwas zerbröseln oder Kokosraspel benutzen
  3. Kokoschips oder Kokosraspel ohne Fett in einer Pfanne leicht anrösten. Sie sollten nicht zu dunkel werden, nur anfangen lecker zu duften
  4. Das Erythrit zugeben. Achtung, es wird wahrscheinlich sofort anfangen zu schmelzen!
  5. Mit dem Saft einer Limette ablöschen und ggf. noch 2 Esslöffel Wasser zugeben
  6. Das Ganze etwas köcheln lassen und dann über den Kuchen träufeln
  7. Kuchen und Glasur nun am besten für 1-2 Stunden komplett auskühlen lassen und dann genießen. Achtung, es besteht die Gefahr auf einen Anflug von Fernweh!
Rezept Hinweise

Dieser Kuchen passt auf jede Low Carb-Kuchentafel. Das Zusammenspiel von Kokos und Limetten ergänzt sich einfach wunderbar.

Solltet ihr Überlegen, ob es den Sirup wirklich braucht:

Ja! Durch den säuerlich-fruchtigen Sirup wird der Kuchen erst ein richtiges Hightlight!

 

Nach einer Inspiration vom schwarzgrünen Zebra